über seinen scheidenden Rektor-Kollegen Emil Siebke:

 

„Zum 01.11.1927 wurde Rektor E. Siebke an die Volkshochschule in Rendsburg berufen und vom Volksschuldienst beurlaubt. Krempe hat damit einen Schulmann verloren, der während seiner sechsjährigen Tätigkeit von großer Bedeutung für die hiesige Volksschule geworden ist. Ein Blick in die mit farbenfrohen Anstrich und wertvollem Wandschmuck ausgestatteten Klassenzimmer zeigt sein Wirken. Die Lehrerbibliothek verdankt ihm sein neuzeitliches Gepräge. Die Klassenlektüre in ihrer Reichhaltigkeit und wertvollen Auswahl ist hauptsächlich von ihm zusammengestellt. Infolge seiner ernsten Berufsauffassung und freundlichen Umgangsformen ist es ihm nicht schwer geworden, eine Festsetzung des Schuletats in beachtlicher Höhe zu erreichen, so dass voraussichtlich der weitere innere Ausbau der Schule sichergestellt ist. Das Kollegium verliert in ihm einen Führer, der vermöge seiner praktischen Erfahrung und seines reichen Wissens auch auf dem Gebiet der neueren pädagogischen Literatur allzeit zu Rat und Tat bereit war. Hiermit in Verbindung sei erwähnt, dass Rektor Siebke in uneigennütziger Weise der Arbeitsgemeinschaft des Bezirks Glückstadt als Lehrer auf dem Gebiet der Psychologie gedient hat. In Liebe und Hochachtung vertrauten ihm die Schüler; ungern sahen sie ihn scheiden; ihrer Anhänglichkeit gaben sie Ausdruck durch stimmungsvolle Abschiedsfeier und Überreichung einer wertvollen Blumenvase als Geschenk. Nicht unerwähnt bleiben soll seine Wirksamkeit als Dirigent der hiesigen Liedertafel von 1843, die er durch treffliche gesangliche Schulung zur Darbietung genussreicher Liedbeiträge erzogen hat.

Einen gut bestellten Acker verlässt Rektor Siebke hier in Krempe. Möge sein Nachfolger in seiner Art und in seinem Sinne weiterarbeiten“

Und noch ein „Schmankel“ aus dem Jahre 1924 (ebenfalls aus der Schulchronik). Rektor Siebke schreibt 1924 über eine Chorveranstaltung seines Lehrerkollegen Johannes Wamser:

„Kollege Wamser, Organist an der hiesigen Kirche, führte mit seinem „Gemischten Chor Liederkranz“ in hervorragender Weise die „Schöpfung“ von Haydn in der Kirche auf.

Solisten:           Organist Liesche – Flensburg

                        Sopran: Frau Liesche

                        Alt:_____ (offen gelassen)

                        Tenor: Westfalen

                        Bass: Södermann – Heß

Die Aufführung der Schöpfung stellt vielleicht das bedeutendste musikalische Ereignis dar, das Krempe je erlebt hat.“