Berliner Sänger waren gern in Krempe

Im Rahmen eines Gegenbesuches weilten 70 Mitglieder der Chorgemeinschaft Staaken von 1878 Berlin, zum Wochenende in der Marschenstadt Krempe, wo sie von Bürgervorsteher Werner Hell anlässlich des großen Sängerballs in der Stadthalle und vom 1. Vorsitzenden Hans-Jürgen Rath sehr herzlich begrüßt wurden.

Nach fünfstündiger, fröhlicher Fahrt durch die DDR steuerte man zunächst Hamburg an, um auf einer großen Hafenrundfahrt den Welthafen kennenzulernen. Eine große Finkenwerder Kutscherscholle mit Speck gebraten mundete den Berlinern sehr.

In Krempe standen dann danach Privatquartiere zur Verfügung. Auch in Neuenbrook waren einige Gäste untergebracht. Wegen des starken Nebels sahen die Berliner zwar kein Häuser und Lichtermeer, dafür aber ein Nebelmeer; doch die Kreisrundfahrt führte über Lägerdorf, Itzehoe an den Nord-Ostsee-Kanal auch zur Baustelle des KKW-Brokdorf.

Der Sängerball war Höhepunkt der Begegnung. Man tauschte seine Liedergrüße aus, wozu auch der Frauenchor Glückstadt und der Sängerkreis Concordia Glückstadt erschienen waren. Der Frauenchor Glückstadt hatte dazu Berliner Tänze aus dem 20. Jahrhundert in feschen Kostümen einstudiert. Die Kremper Liedertafel-Sänger hatten den Seesweater und die Schippermütze aufgesetzt, um mit Shantys und Küstenliedern die Seestadt Krempe, Krempau, Stör- und Hafenidylle darzustellen.

Nach einem Frühschoppen, Besichtigung des Rathauses und Geschichtskunde aus der kleinsten Stadt Holsteins, die Heimatfreund Harald Bolten vermittelte – er hatte auch die Kreisrundfahrt organisiert – verließen die Berliner Sängerfreunde mit einem fröhlichen Lied aus der inzwischen gestärkten Sängerkehle den Gastgeberchor „Liedertafel-Lied Hoch“ mit Dank und Herzlichkeit, um über die deutsche Ferienstraße wieder ihre Heimatinsel Berlin anzusteuern. Dank gilt allen Spendern und Quartiergebern in Stadt und Land.

Presse: Norddeutsche Rundschau, 17.10.1978